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"Schüller...
... ein Kleinod auf der Höh"

Lage

Auf einer Anhöhe am Westrand des oberen Kylltales, steil über dem Industrieort Jünkerath gelegen, grüßt weit ins Land hinein das schmucke Eifeldörfchen Schüller. Der Ort liegt etwa 565 Meter über dem Meeresspiegel und besitzt somit eine herausragende Lage im Bereich der Verbandsgemeinde Obere Kyll. Der höchste Punkt in seiner Gemarkung ist Steinbüchel mit dem Standort des Wasserhochbehälters. Auf dessen Kuppe stehend befindet man sich in einer Höhe von rund 600 Metern. Von hier aus bietet sich dem Betrachter eine herrliche Weitsicht auf viele Höhenzüge unserer Eifelheimat.
Auf seine Art ist Schüller ein strahlendes Auge im Zentrum des Erholungsgebietes „Oberes Kylltal“, abseits von hektischem Verkehrslärm in stiller Landschaft, umweht von ständig wehender frischer Höhenluft, die diesem Ort seinen unverkennbaren Charakter verleiht. 

Geschichte

Der Ort gilt als eine alte Siedlung und man geht davon aus, dass diese schon den Römern bekannt war. Sie lag in ummittelbarer Nähe von Jünkerath, dem römischen Stützpunkt Icorigium an der Römerstraße Trier – Köln. Hinter dem ursprünglichen Namen „scolinaria“ dieser Siedlung könnte daher eine römische Wehr- und Schulungsanlage vermutet werden. Sconilare/Scolinare war in fränkischer Zeit ein Königshof, wo sich der hohe Adel im Sommer gerne zur Erholung und zur Jagd aufhielt. Auch Kaiser Lothar I. hat im Jahre 855 hier, schon sterbenskrank, noch Genesung gesucht. Während dieses Aufenthaltes hat er eine Urkunde gesiegelt, die die Schenkung der „Villa Albiniacum“ (Elvenich bei Zülpich) an die Abtei Prüm vorsah. In diesem kaiserlichen Schreiben erfährt der Ort seine erste urkundliche Erwähnung. Um 960 wird der Ort an das Kloster Prüm übertragen.
Es gibt nun bis zum 14. Jahrhundert keine weiteren schriftlichen Zeugnisse zu Schüller, als es jetzt im Besitz der Herren von Schönecken auftaucht. Das „Weisthum zu Schüller“ von 1586 weist den Herrn zu Hartelstein als Lehnsherr aus. Hugo Augustin von Schönberg, Herr zu Hartelstein und Ulmen, verpfändete im Jahre 1609 das Dorf „Schoeler“ an den Grafen Arnold von Manderscheid-Blankenheim mit allen Rechten. Nach dem Aussterben des Geschlechtes von Schönberg im Mannesstamm im Jahre 1632 fiel das Erbe an die Freiherren von Wiltberg und somit gehörte das Dorf seitdem den Freiherren von Wiltberg. Im Jahre 1712 schlossen der letzte Wiltberger Erbe Hugo Anton und der Blankenheimer Graf Franz Georg einen Erbkauf ab und der Blankenheimer erwarb das Dorf Schüller für 5500 Rheinische Gulden mit allen geistlichen und weltlichen Rechten. Im 18. Jahrhundert war der Ort in Luxemburger Lehenshoheit. Durch das Herzogtum Luxemburg kam es als Lehen an die Herrschaft Kronenburg und ging später an die Grafschaft Manderscheid-Blankenheim über. Während der französischen Herrschaft in der Eifel ab 1795 gehörte Schüller zur „Mairie Steffeln“ und war dem „Departement de l’Ourthe“ mit der Hauptstadt Lüttich zugeteilt.

Auf dem Wiener Kongress kamen 1815 das Rheinland und Westfalen zur preußsischen Rheinprovinz. Unter der preußischen Verwaltung wurden die Rheinlande in Kreise und Regierungsbezirke eingeteilt. Die Gemeinde Schüller sowie Steffeln gehörten damals verwaltungsmäßig zunächst dem Kreis Daun an. Durch einen Gebietstaustausch zwischen den Kreisen Daun und Prüm kamen die Gemeinden Steffeln und Schüller 1819 zum Kreis Prüm. Nach dem Zusammenlegen der Landbürgermeistereien zu größeren Verwaltungsbezirken wurde Schüller der neu gebildeten Amtsbürgermeisterei Stadtkyll im Kreis Prüm zugeordnet. Mit der Verwaltungsreform von 1970 wurden die Amtsbürgemeistereien aufgelöst und Verbandsgemeinden gebildet. Seitdem gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Obere Kyll und zum damaligen Kreis Daun, dem heutigen Vulkaneifelkreis.

In der Geschichte des kirchlichen Lebens in Schüller gab es einen sehr langen Prozess bis hin zur Unabhängigkeit von einer Mutterpfarrei. Zunächst gehörte Schüller nachweislich um 1590 zur Pfarrei Lissendorf. Damals stand schon eine kleine Kirche im Bereich der heutigen Friedhofsanlage. Die Straßenbezeichnung „Hinter der Kirche“ erinnert noch an den Standort dieser „Kapelle“. Erst im Jahre 1785 erfolgte die Trennung von der Pfarrei Lissendorf und der Pfarrer von Glaadt übernahm die Seelsorge in Schüller. Um 1802 gehörte Schüller, das inzwischen Filiale von Steffeln war, zu Bistum Lüttich, später mit Steffeln zum Bistum Köln. Im Jahre 1910 wurde der Ort von der Pfarrei Steffeln als Kapellengemeinde vermögensrechtlich getrennt. Es war nun Vikarie mit eigener Vermögensverwaltung. Schließlich erfolgte 1931 die Zuweisung zum Bistum Trier. Erst am 15. November 1947 wurde die Kapellengemeinde Schüller zur eigenständigen Pfarrvikarie erhoben.
1844 beschloss man den Neubau einer Kirche. Dieser Neubau, das jetzige Anwesen Heinzen „Zur Alten Kapelle“, wurde 1846 von Pfarrer Mertens von Steffeln eingesegnet. 1910 fand die Grundsteinlegung zum Bau einer neuen Kirche statt, da die Kapelle für die Zahl der Gottesdienstbesucher zu klein geworden war. An den Kartagen im Jahre 1912 konnte der erste Gottesdienst hier gehalten werden. Diese Kirche, dem Hl. Paulus und der Hl. Brigitta geweiht, ist ein gelungenes Werk neugotischer Baukunst. Bei der ersten Restaurierung im Jahre 1961 wurde das Kircheninnere neu ausgemalt, wobei leider die Blumenmotive der Decke zerstört wurden. Mit der Gesamtrenovierung der Kirche im Jahre 1993 wurde der gelungene Versuch der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes unternommen und die Kirche bietet sich dem Besucher heute in einer sehenswerten Gestaltung undSchönheit dar.
Seit 1831 bis zum Jahre 1971 besaß der Ort eine eigene Schule, in der bis 1968 alle schulpflichtigen Jahrgänge unterrichtet wurden. Ab diesem Zeitpunkt bestand nur noch die Grundschule mit den Klassen 1 bis 4. 1971 erfolgte schließlich auch die Auflösung der Grundschule und die Kinder wurden der Grund- und Hauptschule im benachbarten Jünkerath zugewiesen.
Die selbstständige Ortsgemeinde Schüller war schon früh aufgrund ihrer günstigen Lage in der Nähe zu Fabrik und Bahn in Jünkerath zu einer Arbeiterwohngemeinde geworden. Die Landwirtschaft spielte daher seit dem vergangenen Jahrhundert hier eine untergeordnete Rolle. Heute existieren im Ort noch zwei haupterwerbliche landwirtschaftliche Betriebe. Als Wohngemeinde hat sich der Ort stetig weiter entwickelt. Nach der Bebauung des ersten Neubaugebietes „Rotheck“ ist inzwischen das Neubaugebiet „Hinter der Kirche“ ausgewiesen worden und auch hier stehen bereits die ersten Häuser. Insgesamt zählt der Ort heute 365 Einwohner.

Besonders erwähnenswert scheint, dass sich seit vielen Jahren Künstler zu dem Ort hingezogen fühlen. Arbeitete vormals der bekannte Glasmaler Georg Meistermann in der ehemaligen Schule, so gehört dieses Anwesen heute der Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel. Auch der rührige Performance- Künstler Christof Breidenich ist seit 1994 in Schüller ansässig. Zudem betreibt der Kölner Galerist Heinz Holtmann hier die Kunstwerkstatt „Galerie der Spiegel“.
1995 feierte der Ort mit einem „Historischen Dorffest“, das überörtlich großes Interesse weckte, sein 1140-jähriges Bestehen. Die damals in Gang gekommenen Dorferneuerungsmaßnahmen sind inzwischen weitgehend abgeschlossen und das Dorf bietet einen freundlichen und einladenden Eindruck.

Zum Erhalt und zur Pflege der Dorfgemeinschaft dient ein schmuckes Jugend- und Dorfgemeinschaftshaus, das regelmäßig von der Gemeinde, von Gruppen und Vereinen genutzt wird. Der Sportverein, die Feuerwehr, die Laienspielschar und die Gruppe der Handarbeitsfrauen sind darum bemüht, traditionelle Veranstaltungen im Ort zu erhalten. Ausgiebig wird die Kirmes am dritten Wochenende im Oktober gefeiert, die von diesen Vereinen organisiert wird. Als weiteres Brauchtum existieren der Martinszug, das Aufstellen des Kirmesbaumes, das Klappern in der Karwoche und das Sternsingen.

Am 3. Juni 2007 wurde im Rahmen einer Feier im Jugend- und Dorfgemeinschaftshaus eine umfangreiche Ortschronik vorgestellt. Ein sechsköpfiges Chronikteam hatte in einer sich über zehn Jahre hinziehenden Arbeitszeit die Ortschronik erstellt: „Schüller – Geschichte und Geschichten“. Auf über 1000 Seiten wird der Ort ausführlich beschrieben. Die historische Entwicklung ist aufgezeigt, die neuere Ortsentwicklung seit 1900 bis heute wird ausführlich beschrieben, die Kirchen- und Schulgeschichte findet darin ihren Platz. Ein Kapitel „Dörfliche Facetten“ und dörfliche Anekdoten geben Zeugnis von einem regen und amüsanten Dorfleben. Alle Vereine, die im Ort existiert haben oder noch existieren, sind ausführlich beschrieben. Den Abschluss des Werkes bildet die sehr arbeitsaufwändige Häuser- und Familienchronik.

Wer demnach eine komplette und übersichtliche Gesamtschau über das Dorf erhalten möchte, dem kann nur empfohlen werden, sich dieses Werkes zu bedienen, es zur Hand zu nehmen und darin zu blättern. Denn um mit dem Festredner Martin Pfeil anlässlich der Buchvorstellung zu sprechen, kann man sagen, diese Chronik ist „kein Lesebuch sondern ein Nachschlagewerk“.


Quellenangaben:

Die schöne Eifel – Erholungsgebiet Oberes Kylltal, 1986
Ortslexikon des Altkreises Prüm, Geschichtsverein Prümer Land, 1992
Schüller – Streiflichter durch 1140 Jahre Dorfgeschichte, 1995
Schüller – Geschichte und Geschichten, 2006


 Im Jahr 2006 hat die Ortsgemeinde Schüller eine umfangreiche Chronik (1088 Seiten) herausgegeben. Die Mitarbeiter der Chronikgruppe (Hugo Finken, Werner Kandels,. Theo Krämer, Johannes Menger, Matthias Meyer, Hubert Pitzen, Uwe Klug, Albert Haselier) hatten in mühevoller Kleinstarbeit dieses Werk zusammengestellt. Sie finden ein inhaltsreiches Werk vor, das von der ältesten Urkunde aus dem "Liber aureus Prumiensis" (Goldenes Buch der Abtei Prüm) ausgeht, in der Schüller als "Scolinare" erstmals erwähnt ist. Es wird die Lage und der Gemeindebann vorgestellt und der Leser wird in die Erdgeschichte unseres Heimatbodens eingeführt. Die Vorstellung der Kirche, die Geschichte der Pfarrei, der Schulgeschichte und der Vereine über viele Jahre und ein reges aktives Leben der Dorfgemeinschaft wird aufgezeigt. Mit vielen Anekdoten von Vorkommnissen aus dem Dorfleben sowie Originelles laden zum Schmunzeln ein. Des Weiteren stellt sich am Schluss der Chronik eine 200seitige Häuser- und Familienchronik dar. 

Die Chronik  kann für 55,00 Euro beim Ortsbürgermeister Guido Heinzen erworben werden.

Sie ist sicherlich ein tolle Geschenkidee zum Geburtstag, Weihnachten oder sonstigem Anlass.


Kulturgüter der Ortsgemeinde Schüller

Über diesen Link können Sie sich die Kulturgüter der Region, insbesondere alle Kulturgüter der Ortsgemeinde Schüller ansehen.

http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/client/einOrt.php?gmde=Sch%C3%BCller

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