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24.11.2013 11:55 (714 x gelesen)

Ein aktueller Rückblick in Schüller: Entscheidung für Prüm

Der Zeitungsbericht im TV vom 23./24 11.13 „Sie kämpfen sich nach Prüm“ – Verbandsgemeinderat Obere Kyll beschließt Fusionsverhandlungen mit Abteistädtern

Hierfür sprach sich vor 46 Jahren auch die Gemeinde Schüller aus: „Gemeinde Schüller will zum Kreis Prüm gehören“.

Wir erinnern uns:



Die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz, trat am 8. November 1970 in Kraft. Der damalige Kreis Prüm wurde aufgelöst, die Verbandsgemeinde Obere Kyll gebildet aus den vormaligen Amtsverwaltungen Stadtkyll und Lissendorf/Birgel. Diese neue VG wurde dem Kreis Daun zugeschlagen. Somit wurde auch der Ort Schüller dem Kreis Daun zugehörig.

Im Vorfeld dieser Reform hatte sich die Gemeinde Schüller eindeutig für einen Verbleib im Kreis Prüm ausgesprochen, wie einem Zeitungsartikel vom März 1967 zu entnehmen ist:

 

Gemeinde Schüller will zum Kreis Prüm gehören

Eindeutige Entscheidung des Gemeinderates – Schüller fühlt sich verkauft – Straßenbau vordringlich

Mit einem einstimmigen Votum hat die Gemeindevertretung von Schüller mit aller Deutlichkeit klar zuerkennen gegeben, dass sie zum Kreis Prüm gehört und weiterhin gehören möchte und dass sie, um das auch äußerlich kenntlich zu machen, mit einer direkten Straße mit dem Kreisgebiet verbunden werden möchte, nachdem diese Planungen anerkannt und genehmigt sowie zum Teil in Kürze in Angriff genommen werden. Über diese Straße sollen künftig die Schulkinder zum Schulmittelpunkt in Stadtkyll gebracht werden. Ein einstimmig gefasster Beschluss der Gemeindevertretung ist die Antwort auf eine Verfügung des Regierungspräsidenten, wonach die Gemeinde zu dem gesamten Fragekomplex nochmals gehört werden soll.

Eingehend wurde hierüber im Beisein von Landrat Becker und Amtsbürgermeister Friedrich in einer Gemeinderatssitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Wolff debattiert. An dieser Sitzun nahmen auch der Bürgermeister von Jünkerath, Müffler, und der dortige 2. Beigeordnete teil. Bei der vom Regierungspräsidenten vorgelegten Verfügung handelt es sich um die Frage, ob die Straße zum Wirfttal und nach Stadtkyll ausgebaut werden soll oder ob es nicht besser sei, die Straße nach Jünkerath entsprechend auszubauen und die Schulkinder in die dort entstehende neue Schule zu fahren.

Nach lebhafter Debatte fasste die Gemeindevertretung von Schüller folgenden einstimmigen Beschluss:

„Die Gemeinde Schüller mit 350 Einwohnern, weit und breit die Gemeinde mit der verkehrsungünstigsten Erschließung, nur über eine schmale, steile und kurvenreiche Stichstraße, insbesondere soweit diese über das Gebiet des Kreises Daun verläuft, zu erreichen, befindet sich in einer absoluten Insellage. In klarer Erkenntnis dieser unhaltbaren Situation hat daher die Amtsvertretung bereits am 28. Juli 1965, nachdem sie sich in einer Ortsbesichtigung über die Dringlichkeit der anstehenden Straßenbaumaßnahmen eingehend informiert hatte, durch einstimmigen Beschluss die Amtsverwaltung beauftragt, als Dringlichkeitsprojekt Nr. 1 beim Landratsamt Prüm den Ausbau der Kreisstraße 66 von Stadtkyll nach Schönfeld und den Ausbau einer Verbindungsstraße von Schüller zur K 66 zu beantragen. Der Kreistag des Kreises Prüm hat sich daraufhin, nachdem sich zwischenzeitlich die Gemeindevertretung durch einstimmigen Beschluss vom 20. Oktober 1965 zur kostenlosen Überlassung der für den Straßenbau erforderlichen gemeindlichen Grundstücksflächen bereit erklärt hatte, in der Sitzung vom 6. Juli 1966 mit der Übernahme einer Kreisstraße zwischen Schüller und der K 66 im Wirfttal einverstanden erklärt.“

 

Die Stellungnahme der Gemeindevertretung ist eindeutig. Es geht freilich hier nicht um einen Straßenbau, sondern um die zukünftige Zugehörigkeit der Gemeinde Schüller zum Kreis Prüm.  Nicht nur Landrat Becker war daran interessiert, die Meinung der Gemeindevertretung zu erfahren, sondern auch der Bürgermeister von Jünkerath. Wir haben in früheren Berichten einschließlich der Debatten im Kreistag auf die Verkehrssituation der Enklave Schüller hingewiesen und auch seinerzeit über die Schuldebatte berichtet, in der zur Überraschung der Schulbehörde die Eltern von Schüller nicht nur für einen Schulmittelpunkt waren, sondern sogar die Forderung stellten, dass die Schulkinder unverzüglich in Stadtkyll zusammengeführt werden.

So wie die vorgelegte Verfügung der Bezirksregierung die Leidenschaften in der Gemeinde entzündet hat, so hat die seit 2 Jahren vorliegende Schulbauplanung in Stadtkyll, die immer noch zu keiner Entscheidung gereift ist, Befremden hervorgerufen. In Schüller verfolgt man die Dinge sehr aufgeschlossen und wachsam und hat sich auch mit den vorliegenden Plänen der Raumordnung, die zwei Nahbereichszentren in Jünkerath und Stadtkyll vorsieht, eingehend auseinandergesetzt. Sicherlich sind hier Versäumnisse der Vergangenheit zu beklagen, die verhindert haben, dass die Gemeinde, obschon sie zum Kreis Prüm gehört, durch eine befahrbare Straße mit dem Kreisgebiet unmittelbar, sondern nur durch den Kreis Daun verbunden ist.

Man ist durchaus in Schüller der Meinung, dass derartige Fragen, die in der kommenden Raumordnung eine Bedeutung haben, nicht nur auf gemeindlicher Ebene gesehen werden dürfen, sondern dass der Blick über Kreis- oder gar Ländergrenzen hinweggehen sollte. Wenn, und diese Meinung ist vielfach zu hören, schon von sinnvoller Arrondierung von „Grenzen“ die Rede ist, warum nicht umgekehrt Jünkerath zum Amtsbezirk Stadtkyll zuzuschlagen und diese Arrondierung, sofern sich dafür Interesse findet,  was man aufgrund von verschiedenen Gesprächen voraussetzt, auf den Nachbarkreis Schleiden auszudehnen. Nun, diese Gespräche spiegeln Lokalkolorit aus der Sicht der Bürger von Schüller, die wirtschaftlich mit Jünkerath Verbindungen hat. Entscheidungen werden aber meist auf höherer Ebene getroffen. Das hindert aber nicht an der Feststellung, dass man im Raum Stadtkyll nicht nur sehr wachsam allen derartigen Entwicklungen gegenübersteht , sondern auch eine Aufgeschlossenheit zeigt, die von lebhafterem Temperament geprägt ist als im übrigen Kreisgebiet.

So gesehen ist man sich im Amtsbezirk Stadtkyll sehr einig und verfolgt konsequent alle Möglichkeiten sich bietender Gemeinsamkeiten.  Die anstehenden Fragen und Probleme drängen nach einer Entscheidung, die für Stadtkyll zumindest neben Jünkerath Gleichrangigkeit vorsieht. Diese Gleichrangigkeit sollte sich ergänzen.

Ob dafür möglicherweise wichtige Zeitpunkte verpasst worden sind, steht freilich auf einem anderen Blatt. Darüber wird man in ein bis zwei Jahren vermutlich mehr sagen können. Im Augenblick geht es um Fragen, die Schüller und den kreis Prüm berühren. Weder ein Verkauf von Schüller noch ein Ausverkauf des Kreises Prüm steht zur Debatte, auch wenn gelegentlich die Meinung zu hören ist, die Dinge liefen nicht so wie sie laufen sollten.  (Ende des Berichtes)

 

Ergebnis der Rückschau: Die damalige Erkenntnis, dass die Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten, trifft auch heute noch unverändert zu!


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